Mittwoch, 9. September 2009

Shanghai's Nightlife

Für welchen Namen könnte dieses Logo stehen?



"Logo" hieß die Bar, wo wir hier in Shanghai gestern Abend waren.
Das war glaub ich mit Abstand die verrückteste Location die ich bis jetzt je in meinem Leben erkundet habe.

Erstmal sitzt vor der Bar auf der Straße ein Typ auf einem kleinen Hocker, der die Türe „bewacht“ – mir ist vorkommen als ob das wie so ne Bunkertüre ausschaut.
Dann kommt man durch die erste Türe in einen Mini-Vorraum wo man dann durch die nächste Türe in den wirklichen Vorraum kommt.
Der erste Blick beim Reingehen und man sieht, dass ALLE Wände wirklich überall total beschmiert sind mit Gekritzel, Graffiti, Namen, Pickerl etc.
Im Vorraum stehen dann zwei versiffte Couches und ein Tischfussballtisch, der schon halb auseinanderfällt.
Wenn man dann in den Hauptraum kommt ist das DJ Pult quasi direkt vor den ganzen Leuten auf der Tanzfläche.
Manche Gäste haben selbst ein wenig am DJ Pult rumgespielt. Mir ist das vorgekommen als ob das ne große Familie in dem Club ist, die Party macht.



Das Beste:
Auf die verkritzelte Wand hinter dem DJ Pult werden so Projektionen von Filmen von Mickey Maus, Donald Duck, Goofy und anderen Comics gestrahlt.
Und die Comicfiguren verzerren sich dann manchmal zum Beat und verwandeln sich zu einer Art Discovisualisierung bevor sie sich wieder zurückverwandeln in die Figuren.
Und die Musikart, habe ich noch NIE in meinem ganzen Leben gehört – ich hab nicht Mal gewusst wie man das beschreiben soll.
Ich hab zuerst gedacht, ich komm in die virtuelle Welt von nem Computerspiel – so ein Mix von Supermario Musik und Elektro war das.
Vollkommen verrückt das ganze. Und ich glaub da gibt’s auch nen eigenen Tanzstil dazu – wie bei uns die Krocher ;)
Zumindest shaken und hüpfen da alle so ganz komisch rum – eigentlich irgendwie eh jeder wie er grad Lust hat.

Naja, auf jeden Fall hab ich echt Lachen müssen wo ich in der Bar selbst am mitshaken war, weil ich mir gedacht hab – „Oh Mann, ich bin hier in China in Shanghai in dem „crazy-esten“ Club ever, die Leute drehen am DJ Pult rum, ich versuch irgend einen undefinierbaren Hüpftanzstil zu imitieren und hinter mir läuft die brandneueste Folge von ‚Mickey Maus auf Drogen’“.
War auf jeden Fall ein Erlebnis wert :)



Ein Bild von der Barbie Party, bei der ich am Wochenende mit Arbeitskollegen war.
Hatten eine Einladung für unsere Office Leute für eine Party im Barbie Centre Shanghai – ein siebenstöckiges Haus mitten in Shanghai, total pink beleuchtet von außen.
Drinnen war dann eine Show a la „I’m a barbie girl“-Showdancing, pinke Cocktails und pinke Ladies.



Anschließend ging es ins M2 – einer der beliebtesten und bestbesuchten Clubs hier in Shanghai.
Was den Club so beliebt macht?
Die Musik, der Mix an Westlern und Chinesen, die Location, die Shows, die Stimmung – es passt einfach alles.
Shows sind hier in Shanghai sowieso total üblich in den Clubs. Auf einmal um 1 Uhr hört die Musik auf zu spielen und alles wird leise.



Ich weiß dann schon, dass ich in den nächsten 10 Minuten eine Show von folgendem Menü geboten bekomme:
a) Mann mit Hut und Krawatte (a la Justin Timberlake) tanzt Choreographie mit Frauen
b) Frauen in – ähm – nicht alltagstauglicher Wäsche tanzen auf der Bar
c) Traditionell chinesisch verkleidete Frauen tanzen zu einer Mix-Musik aus modernem Pop und traditionell chinesischer Musik
d) Afro-Amerikaner macht geniale Hip-Hop Stimmung auf dem Podest



Als Beilage gibt’s dann meist noch einen Prise von guten Lichteffekten
Als Getränk dient den durstigen Männern hin und wieder Menüpunkt b) a la Coyote Ugly-Stil – Nach oben kucken, Mund auf, Rein damit!


100 Yuan – der größte Schein hier in China ist gerade Mal 10 Euro wert.
Es passiert, dass man im Laden manchmal etwas kleines mit 10 (!!!) Euro zahlt und die Verkäuferin dann entnervt fragt ob man’s nicht kleiner hat…




Was das Weggehen hier eigentlich so kostet?
Wenn man in die richtigen Bars und Clubs geht, reicht 1 Euro pro Drink aus, bzw in manchen muss man 10 Euro zahlen und bekommt 10 Coupons.
Eine echt geniale Location um den Abend zu starten ist hier Windows – 1 Euro Getränke, 1 Euro echt gute Hamburger, viele nette Leute zum kennen lernen!
Aber es gibt auch Clubs die teurer sind als in Össi-Land – z.B. Mint, mit einer grenz-genialen Aussicht über Shanghai, dafür bezahlt man dann für einen Drink aber auch 10 Euro.


Haie in einem 20 Meter langen Becken in einem der teuersten Clubs in Shanghai - Mint

Freitag ist dann Open-Bar day – will heißen in vielen Clubs 100 Yuan (10 Euro) Eintritt und man darf sich so viele Drinks genehmigen, wie man möchte.
Aber Achtung: In Shanghai gibt es nicht nur Fakes von den ganzen berühmten Marken und Produkten, sondern auch beim Alkohol.
Der wird dann gern Mal bei den Open Bars eingesetzt – die Nachwirkungen von diesem sind dann, naja, nicht so gut!

Mittwoch ist hier was für die Ladies los – In fast allen Clubs Ladies-Night – 0 Geld Eintritt, 0 Geld für Getränke.
Das einzige was dann für die werten Damen noch zu zahlen bleibt ist das Taxi nach Hause, was bei durchschnittlichen Kosten von 2 Euro auch nicht wirklich ins Gewicht fällt.
Überhaupt machen die Taxipreise das Nachtleben hier in Shanghai einzigartig – Bar-Hopping ist günstiger denn je.
Wenn ein Club leer oder langweilig wird, einfach ein Taxi zum nächsten nehmen.
Pro Nacht 3, 4 Clubs zu besuchen ist da kein Problem mehr :)



So, und nur damit ihr’s wisst – JA, arbeiten tu ich hier auch :P
In diesem Sinne: Work hard, Party well, Enjoy life, Peace!

Samstag, 22. August 2009

It's raining man...

...und das ist eine gute Zeit um wieder einmal etwas in den Blog zu schreiben.

Und gleich zu Beginn eine kleine Anekdote aus dem Land der Mitte (besser gesagt ein Auszug aus einem Chat - also bitte sich nicht wegen des Schreibstiles wundern).

Nur Mal vorweg: Ich musste letztens ins Krankenhaus um mich wegen einer zu lang anhaltenden Erkältung Mal endlich checken zu lassen. Also dann...

Der Krankenhausbesuch
Während ich halt so im Taxi sitze fängt es voll an zu regnen. Und das regnen kannst du dir gar nicht vorstellen, das musst du gesehen haben. Die ganzen Straßen sind überschwemmt, weil das Wasser nicht so schnell ablaufen kann.

Ja auf jeden Fall war ich dann halt beim Krankenhaus und der Taxifahrer hält halt Mitten auf der Straße. Eigentlich schon am Rand, nur habe ich gedacht er fährt zumindest irgendwo rein, wo es trocken ist. Naja OK, wie dem auch sei, ein anderer Mann ist gleich ins Taxi gesprungen, kaum dass es angehalten hat. Hab noch nicht mal gezahlt. Weil taxis sind RAR, wirklich RAR wenn es regnet in Shanghai. Und du musst so lange warten bis du eines bekommst.

OK, dann hab ich halt gezahlt und... BEREIT ??? 1... 2... 3... Türe auf, Schirm aufklappen, rausrennen - alles gleichzeitig. Erster Schritt! Ab in eine Mega fette Wasserlache. Naja, hab nix dafür können, weil eigentlich war es keine Mega fette Lache sondern eine Mega total überflutete Straße. Also "pflatsch, pflatsch, pflatsch..." - ab durch die Straße. Ich hab dort schon angefangen zu lachen, weil das so eine absurde Szene war.

Also dann, auf gehts ins Krankenhaus. Endlich rein ins Gebäude, hab ich mir gedacht. Ja OK, nur schuhe halt total nass, geht eh noch. Aber nein - denkste, es geht noch weiter.
"Nein, da sind sie hier leider falsch" (auf chinesisch natürlich). Also zeigt mir der freundliche Herr irgendwohin, wo ich hin muss. Ich hab halt keine Ahnung. Er geht mit mir zum Ausgang, bleibt im trockenen stehen und zeigt mit der Hand so rüber auf ein anderes Gebäude.

Gut... Nochmal auf ein Neues... Bereit ??? 1... 2... 3... "PFLATSCH, PFLATSCH, PFLATSCH" - ALLLES IST ÜBERSCHWEMMT mittlerweile und es schüttet immer noch wie aus Kübeln. Ich denk halt so, Mann ich muss unbedingt dort hin jetzt, weil sie hat mir am Telefon bei der Terminvereinbarung gesagt, ich solle ja pünkltich sein - besonders beim ersten Mal.

OK ich hab das halt so im Hinterkopf... Hmm, 4:30 ausgemacht, es ist schon 4:45... Naja, ich kann’s ja noch versuchen. Also weiter gefplatscht in eines der zahlreichen Gebäude, die halt auf dem mega Krankenhausgelände waren. Ab in ein Gebäude, wo ich mir gedacht habe - ja, da könnt er so ungefähr hingezeigt haben.

Und wie sieht das aus wenn „Laowai“ (chinesisch aka Ausländer) in das Krankenhaus stapft? Alle Chineslein warten hinter der Glastüre und kucken raus, beobachten den regen und warten bis es aufhört so heftig zu regnen. Aber das geht eh schnell, denn sie haben ja einen schönen Zeitvertreib: Marcel ankucken, wie er alleine auf dem Gelände über einen Platz rennt, von oben bis unten nass ist und nach dem richtigen Gebäude sucht.

Also komme ich halt rein in die Vorhalle des Gebäudes und alle kucken mich an. Ich mach ein paar Schritte weiter rein und alle hören das laute *pflotsch* *pflotsch*... Also hab ich mir noch mal eine Pause genommen um selbst darüber lachen zu müssen... lustig ist das hier in China.

Wachmann gefragt, wie es denn hier zum internationalen Teil vom Krankenhaus geht. Nix gewusst. Er fragt jemanden. Ich soll warten. Er macht aber keine Anstalten jemanden fragen zu gehen. Also sag ich noch mal, ich muss dorthin weil ich einen Termin hab. Hmmm, naja, dann geht er halt langsam Mal los und fragt jemanden. Er verschwindet irgendwo und lässt mich da Mal warten während alle Chineslein mich doof anglotzen. OK, bin ich eh schon gewohnt, was soll’s. Wachmann kehrt zurück *tröröööö* *fanfare* - endlich. Erklärt mir, ich muss wieder zurück (???) OK... Naja, zum Glück nicht ganz. Nur in die Mitte von den beiden Gebäuden. Da ist noch ein kleineres. Also, auf geht’s auf ein Neues. Bereit ??? 1... 2... 3... YEEEHAAAAA! GRATIS DUSCHEEEN! Chinesenzeitvertreib machen, indem ich also wieder über den Platz renne.

Endlich ab ins richtige Gebäude. Chinesenzeitvertreib Nummer 3. Die Rezeptionistin kuckt mich doof an. „Äääähm… es ist 5 vor 5, wir schließen um 5“. Ich nur so, „Ups ja, mein Taxi, der Regen...“ OK, also tu ich ein bisschen mitleidig „Hmmm auweh, Entschuldigung, ich hab aber husten seit zwei Wochen etc.“ Wobei hätte ich eigentlich eh nicht machen müssen, weil sie voll freundlich war und gleich einen Arzt geholt hat, der bereits am Heimweg war.

Der war dann auch total nett. Einen älteren Chinesen Englisch sprechen zu hören ist echt komisch. Untersuchung, Mund auf, abhören, Fragen ausquetschen, Erklärung - Antibiotika, Schluckzeugs und noch mal Tabletten verschrieben, zahlen, Medikament holen, Danke sagen und Sorry dass ich so spät kommen bin. Passt schon hat die Rezeptionistin nur gemeint. Ich glaub in Wien hätten die mich aus dem Zimmer geworfen, wenn ich um 5 komme obwohl ich um 4:30 einen Termin gehabt hätte und sie um 5 sowieso schließen.

Naja, also dann, auf ein Neues. Irgendwie musste ich ja wieder heim. Bereit? 1… 2… 3… Halt! Es hat ja gar nicht mehr so viel geregnet. Nur mehr ein „normaler“ Regen.
Über den war ich dann schon wirklich froh…
Nun gut, also auf ab nach Hause.
Taxi, 6 Uhr, bei Regen? VERGISS ES!!!
Ubahnstation? Zu weit weg, laut Rezeptionistin.
Bus? Hmmm… ja, möglich, alle Busstationen sind eh nur auf Chinesisch angeschrieben.

Egal versuchen wir halt mal was zu erkennen. Stopp halt, die Strasse kenn ich ja. Und die ist sogar halbwegs in meine Richtung. Gut, den Bus nehmen wir. Auf geht’s ab geht’s Busfahren in Shanghai... Naja, 6 Uhr, Shanghai, Bus? VERKEHRSCHAOS!!!
Aber ist jetzt eh schon egal. Meine Schuhe sind ja nur wie aus der Waschmaschine frisch rausgeholt, meine Hose mindestens bis zu den knien genau so nass wie die Schuhe, und von da an bis aufwärts immer weniger nass - grad dass meine Stirn noch trocken ist.

Also dann, geht’s mal los... glaub so 45 Minuten Bus fahren macht eh riesig Spaß. Vor allem wenn er immer nur 10 Meter pro Minute weit kommt.
Naja, bei der Straße, die ich halt kannte, raus und dort wieder versucht ein Taxi zu bekommen. Denkste... Klar wenn ich gewartet hätte, wäre sicher irgendwann Mal eines gekommen. Aber auch nicht sicher. Naja, dann gehen wir halt mal ein Stückchen Richtung zu mir nach Hause. Vielleicht kommt mir ja eines über den Weg...

Ja, so eine halbe Stunde später hab ich dann auch eines erwischt. Ab rein, und nach Hause.

Heiße Dusche aufgedreht und AHHHH... Das war ein Erlebnis.
Und zugleich der erste Krankenhausbesuch bei dem ich sicher mehr krank geworden bin als gesund :)


Was es sonst noch erwähnenswertes über den vergangenen Monat zu erzählen gibt:

Ich bin teilweise froh Après Ski – Hits zu hören, weil die einen nach Österreich in die Alpen zurück versetzen.

Wie funktioniert PR in China? Man lädt Journalisten zu einem Event ein, indem man sie mit einem Kuvert belohnt. Das Kuvert beinhaltet zufälligerweise eine bestimmte Summe an Geld, die dem jeweiligen Medium angepasst wird. z.B. würden in Wien die Kurier-Journalisten ein fetteres Kuvert bekommen, als die Heute-Journalisten.

Ein genialer Ausflug mit dem Pivot Marketing Team ins Grüne Sheshan (District von Shanghai) zu einem Luxusgolfclub und einem Luxushotel war echt ein geniales Erlebniss!

Freitag, 24. Juli 2009

3 weeks in Shanghai

Drei Wochen sind bereits vergangen, seit ich hier in Shanghai angekommen bin.

Der bis jetzt nicht vorhandene Blog lässt sich in ein paar Einzelschritten folgendermaßen erklären:

1) Ankunft
2) Wohnung suchen
3) Einrichten
4) Shanghai entdecken
5) Arbeiten
6) Shanghai's Nachtleben auskosten
7) Das gute chinesische Essen genießen
8) Billig-Shopping auf den chinesischen Märkten
9) Neue Leute kennen lernen
10) Wiederholung von Schritt 4 - 9
11) Keine Zeit um einen Blog zu schreiben

Nachdem ich Ende Juni Schritt 1, 2 und 3 erlidgt habe konnte es an die folgenden Schritte gehen. Aus Schritt 10 hat sich dann schlussendlich Schritt 11 ergeben.
Nun hat sich aber heute zufälligerweise ein großer Spalt zwischen Schritt 5 und 6 ergeben, so dass die Zeit da ist um Schritt 11 zu löschen.

So genug von den Schritten... hin zu dem was man in Shanghai benötigt um zu überleben:

Guanxi - Kontakte, die man fragen kann, wo man irgendwohin kommt, wie man etwas bekommt und wann was los ist. Und die einem erklären über welche Programme man in Blogger, Facebook oder YouTube reinkommt, nachdem diese Plattformen von China gesperrt wurden.
Starke Nerven - Nötig für die Busfahrt, wenn sich am Morgen 20 Chinesen in den schon voll gefüllten Bus quetschen wollen und man dann bei der richtigen Station auch wieder raus sollte.
Offenheit - Für anderes Essen und dass man eben nicht immer alles so leicht bekommt, was es daheim gibt. Habe mir vor kurzem nach zwei Wochen echtes Brot besorgt. Und ich hab mich echt darüber gefreut wie ein Kind.

Die Arbeit bei Pivot Marketing ist echt genial.
Vor allem wenn man so wie heute wiedermal raus aus dem Büro kommt und eine Stunde außerhalb von Shanghai zu einem Meeting auf der bekanntesten und luxuriösesten Golf Anlage Chinas fährt. Dort haben meine Chefin, eine weitere Mitarbeiterin von mir und ich unsere Kunden getroffen - allerdings nicht zum Golf spielen, sondern um mit ihnen zusammen ein Golf Event zu organisieren, das im September stattfinden soll.

Neuigkeiten gibt's bald wieder hier.